Maternity Programm in Traboum

Müttersterblichkeit und Erkrankungsraten bei Neugeborenen haben in Ghana zugenommen. Im Dezember 2014 stieg die Rate der Todesfälle von Müttern und Neugeborenen von 350 auf 380 pro hunderttausend Lebendgeburten. Die Anzahl der Frauen, die aufgrund schwangerschaftsbedingter Ursachen starben, stieg im selben Zeitraum von 1020 auf 3100.

Viele dieser Todesfälle ließen sich durch gute Aufklärung der Schwangeren verhindern. Aus diesem Grund hat Madamfo Ghana das Maternity Programm entwickelt. In diesem Unterrichtsprogramm erklären geschulte Mitarbeiter von Madamfo Ghana den Dorfbewohnern, was sie konkret tun können, um das Schlimmste zu verhindern, wie z.B. regelmäßige Vorsorgeeinrichtungen zu besuchen.

Folgende Tatbestände haben die Fachleute als Hauptursachen identifiziert:

  1. Mangel an Vorsorgeeinrichtungen in den meisten Gegenden in unseren Einzugsgebieten. Die meisten Gemeinden in den Regionen Brong Ahafo und Ashanti verfügen über keine Gesundheitsstation, das bedeutet, dass die schwangeren Frauen keinen Zugang zu vorgeburtlicher Betreuung haben. Angesichts dessen werden Schwangere entweder von traditionellen Heilern betreut oder anderen Personen, insbesondere von Frauen, die schon Kinder geboren haben.
  2. Geringer Nutzungsgrad der vorgeburtlichen Betreuung durch Schwangere. In einigen Gegenden mit Gesundheitsorganisationen nehmen schwangere Frauen die Dienste der Hebammen nicht in Anspruch, weil sie diese Dienste nicht für wichtig halten oder sich die Dienste nicht leisten können.
  3. Unzureichend qualifiziertes Personal. In einigen Gegenden verfügen Mitarbeiter von Gesundheitsstationen nicht über ausreichende Kenntnisse von Schwangerschaft und schwangerschaftsbedingten Komplikationen. Deshalb kann es passieren, dass ein Problem, das man hätte lösen können, während der Entbindung negative Auswirkungen auf Mutter oder Kind hat und zum Tod führen kann.
  4. Räumliche Entfernung zu vorgeburtlicher Betreuung. Die meisten Menschen wohnen weit entfernt von Orten, wo vorgeburtliche Betreuung angeboten wird, deshalb wird diese nicht in Anspruch genommen. Die meisten haben keine Transportmöglichkeit zu den Vorsorgeeinrichtungen und deshalb können die Anbieter der Betreuung sie nicht erreichen.
  5. Finanzielle Armut gehört zu den Hauptursachen für Muttersterblichkeit und Erkrankungen von Neugeborenen in Ghana, genauer gesagt in den Regionen Brong Ahafo und Ashanti. Die Möglichkeit der Ultraschalluntersuchung gibt es in den meisten Gesundheitseinrichtungen nicht. Die Leute müssen Reisen zu Einrichtungen mit Ultraschalluntersuchung auf sich nehmen und unterlassen sie aus finanziellen Gründen. Finanzielle Vorbereitungen bzw. Planungen, die den Schwangeren helfen könnten, unterbleiben. Bestimmte Nahrungsmittel, die Schwangere zu sich nehmen, enthalten nicht den für Schwangere und Ungeborene erforderlichen Nährwert.
  6. Niedriger Stand an Bildung und Kenntnissen über Schwangerschaft und damit verbundene Komplikationen. Die meisten Menschen, sowohl Männer als auch Frauen, wissen wenig über Schwangerschaft und damit verbundene Probleme aufgrund unzureichender Unterrichtung auf diesem Gebiet. Das hat negative Folgen für die meisten Schwangeren und Neugeborenen.
  7. Aberglaube in den meisten Gemeinden. Die in den meisten Gemeinden vorherrschenden Überzeugungen tragen ebenfalls zur hohen Müttersterblichkeit und Erkrankungsraten von Neugeborenen bei. Eine schwangere Frau darf beispielsweise bestimmt proteinhaltige Nahrungsmittel nicht essen, die der Entwicklung der Schwangerschaft und des ungeborenen Kindes zuträglich wären. Es gibt auch die Meinung, eine Frau solle sich während des ersten Drittels ihrer Schwangerschaft nicht zeigen. Einige glauben auch, erstgeborene Kinder müssten sterben, damit die Nachfolgenden eine Überlebenschance haben. All diese Vorstellungen tragen maßgeblich zu der hohen Müttersterblichkeit und Erkrankungsrate unter Neugeborenen bei.

 

Pragmatische Lösung für die identifizierten Probleme mit Hilfe von Programmen und Projekten

  1. Ein Team aus Fachkräften und ausgebildetem Personal soll die Bevölkerung an dafür geeigneten Orten und Gebieten, wo es keine Gesundheitssituationen und Gesundheitsdienstleistungen gibt, entsprechend unterrichten und aufklären.
  2. Gespräch und Unterweisung über Schwangerschaft und damit verbundene Komplikationen für Schwangere, die die vorgeburtliche Betreuung nicht in Anspruch nehmen.
  3. Berufsbegleitende Ausbildung für Personal mit geringem Kenntnisstand über unzureichende Erfahrung mit bestimmten Bereichen der Schwangerenbetreuung. Das kann mit Stipendien und Workshops in regelmäßigen Abständen für diese Mitarbeiter geschehen.
  4. Ein Team aus Fachkräften kann das Problem der räumlichen Entfernung überwinden und vor Ort in den Gemeinden sowohl die männliche als auch die weibliche Bevölkerung unterrichten.
  5. Die Bevölkerung muss aufgeklärt werden über die Notwendigkeit, Geld zu sparen, um damit grundlegende Erfordernisse während und nach der Entbindung abzudecken, damit die Sterblichkeitsraten von Müttern und Neugeborenen sinken. Die ärmsten Frauen brauchen Unterstützung von Hilfs- und Wohlfahrtsorganisationen.
  6. Fachleute, traditionelle Anführer und Meinungsführer müsse sich dafür engagieren, abergläubische Vorstellungen zu bekämpfen; mögliche Mittel sind Symposien, Gespräche und aussagekräftige Videos.
  7. Den Menschen muss die Notwendigkeit klar gemacht werden, dass eine Frau sofort nach Ausbleiben der Menstruation eine Hebamme oder eine Gesundheitsfachkraft aufsucht und deren Rat annimmt.

 

Herausforderung für die Gruppe bei der Aufgabe

  1. Finanzielle und logistische Aufgaben
  2. Verkehrsmittel, Verkehrseinrichtungen
  3. Mitarbeiter und Personal
  4. Unterstützung und Organisation durch die Bevölkerung
  5. Motivation in der Bevölkerung (z.B. Moskitonetz)

 

Projektvorstellung

Bau eines Outreach-Postens für Reproproduktive Gesundheit und Kindergesundheit in Traboum, Ashanti Region Ghana.

Um die Mütter- und Neugeborenensterblichkeit zu senken und insbesondere Risikoschwangerschaften medizinisch zu betreuen, haben wir einen Outreach-Posten an die kleine Klinik in Traboum angebaut.
Schwangere können dort entbinden und die Neugeborenen werden professionell versorgt, gleichzeitig werden Familienplanung und Aufklärung angeboten.

Status: fertiggestellt
Kosten:
15.000 €

 

Unterstützung unseres Maternity Outreach Programms

Ein Team aus Fachkräften und ausgebildetem Personal soll die Bevölkerung an dafür geeigneten Orten und in Gebieten,  wo es keine Gesundheitsstationen und Gesundheitsleistungen gibt, entsprechend unterrichten und aufklären.

Status: in der Durchführung
Kosten:
ca. 360 € pro Schulung


DAS PROJEKTGEBIET